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Karl-Heinz Koob Karl-Heinz Koob
 

Philosophie | Technik | Elemente

 

 

PRINZIP

 
 

Ich bin Idealist und Visionär.

Meine Messer sind die Summe sehr enthusiastisch gestalteter Details.
 

Ausgangsmaterial Durch analoges Arbeiten
  • gebe ich meinen Visionen aus amorphem Material Formen,
  • die zu Raritäten "Handmade in Wetzlar / Germany" werden,
  • für eine Weile in Zeit und Raum gebunden.
 
Wenn heute Könner Violinen oder Violoncelli für Solisten in der Qualität alter italienischer Meister, aber auch weniger kostspielig für Konzert und Akademie fertigen, gestalte ich vergleichsweise jedes Messer
  • mit eigenen höchsten Ansprüchen

  • ungeachtet des Aufwandes

  • ohne jeglichen Zeitdruck

  • nur in maximal machbarer Vollendung.

Mittelmaß und Masse entspricht nicht meiner Intention.

Wohl wissend, dass absolute Perfektion keinem Menschen möglich ist, kann ich mich Salvadore Dali anschließen, der einmal formulierte: Habe keine Angst vor der Perfektion, Du wirst sie nie erreichen.

Folgerichtig sehe ich es mit der Erfahrung von 40 Jahren wie Michelangelo, der im hohen Alter "ancora imparo" > "ich lerne immer noch" sagte.

 

 

EIGENSTÄNDIGES DESIGN  -  HOHE KOMPLEXITÄT  -  ECHTE INNOVATION
 
 
sind neben der reinen High-End-Qualität entscheidende Charakteristika meiner Arbeiten.
 
Harpagornis-Viator Als Paradebeispiel für eigene Inspiriation und Kreativität
steht das Bügel-Rahmen-Integralmodell Harpagornis-Viator.

Das gleiche Messer aus der Perspektive des Besitzers.
   
konvex-konkaver Klingenrücken Bereits Mitte der 1980er-Jahre erdachte ich zunächst für mein Modell Aquila
den konvex-konkaven Klingenrücken mit markantem Rückenschor.
Er gehört heute ebenso zum Gepräge meiner aktuellen Modelle und hat
eine feine Kante ohne scharfen Anschliff.
   
Doppel-Rahmen-Integral mit vier Griffstegen 1986 ausgetüftelt und nach über 3 Jahrzehnten gleichermaßen aktuell:

Mein Doppel-Rahmen-Integral-Konzept    [s. a. weiter unten > MONOLITH-KONSTRUKTIONEN]

Die vier Rahmenstege mit konischen Flächen ergeben nach dem Vergießen der vier Griffeinlagen mit Epoxidharz einen praktisch unzerstörbaren und extrem verwindungsstabilen Griff.

 
45°-Schrägen an der Fehlschärfe "Koob-Standard" sind auch die 45°-Facetten an der Fehlschärfe einiger Modelle.

Dabei lege ich allergrößten Wert auf symmetrische enge Radien am Schneidenende.

   
Ich habe ein sehr großes Spektrum eigener Kreationen. Die Ausarbeitung fremder Entwürfe kommt nicht in Betracht!

 

 

LINIEN  -  FORMEN  -  DIMENSIONEN

 
 
Klarheit der Linienführung, Unverkennbarkeit sowie Souveränität des Gesamtbildes sind weitere wichtige Aspekte meiner Werke.
 
Radien, Rundungen, Buchten und Übergänge Messer sind dreidimensional - das Profil allein macht es noch nicht!

Eine kantige Gestaltung des Griffes wäre wesentlich einfacher als harmonische Radien, Rundungen, Buchten und Übergänge, die für meine Messer kennzeichnend sind.

 
flaches 2D-Bügel-Rahmen-Integral Meine gelegentlichen 2D-Bügel-Rahmen-Integrale mit Klingen- und Griffbereich in einer Ebene sind ganz klar ebenfalls dreidimensional.

Das Kürzel 2D dient nur zur Unterscheidung von meinen regulären 3D-Integralen.

 
 
Die Natur macht es uns Menschen vor:  Alles Schöne hat auch eine Funktion.

Unter dieser Prämisse projektiere ich zwar definiert keine Tacticals. Andererseits kommt meine Kollektion mit intelligenter Formensprache daher:
Sehen, Begreifen und individuelles Denken manifestieren Funktion, Zweck und Effizienz!

Bushcraft, Outdoor, Prepper, Survival etc. sind Attribute, mit denen Messer für den Einsatz "draußen" oder in Extremsituationen beschrieben werden.

Ich bevorzuge stattdessen seit Jahrzehnten den Begriff Freiaktivmesser und bezeichne damit in erster Linie meine besonders stabilen und dauerhaften Integralmodelle Harpagornis, Ferrantroph, Aquila und in naher Zukunft CorvusCorax.

Leichtgewichte zu gestalten war dabei keine Zielvorgabe für mich! Ernsthafte Überlegungen und durchaus auch Träumereien haben Formen entstehen lassen, die eine Topp-Handlage gepaart mit Verlässlichkeit und höchster Robustheit aufweisen. Ganz einfach das, was Messer für Freiaktivitäten haben müssen.

Meine leichten Referenzmodelle und 2D-Bügel-Rahmen-Integrale sehe ich in diesem Kontext als ideale Zweitmesser!

  

Bei der Kaliberangabe bezeichnet

  • die erste Zahl die Gesamtlänge (Basisgröße) eines Messers,

  • die zweite Zahl die Klingenlänge.

  • Der zusätzliche Buchstabe benennt gegebenenfalls das Griffprofil, das sich bei manchen Modellen sehr gut variieren lässt:
    S > schlank   -   M > medium   -   X > breit

  • Das jeweilige Basisprofil kann je nach Modell sowohl S als auch M oder X sein!

  • Beispiel:  Kal. 215-115 S

 
Alle Maße sind Cirkawerte!

Orientiert an meinem Modellkonzept forme ich immer zwanglos und freihändig aus, sodass sich bei jedem Messer minimale Unterschiede ergeben. Dieses signifikante und beabsichtigte Merkmal meiner Handarbeit beeinträchtigt freilich in keiner Weise das Erscheinungsbild des fertigen Messers.

Mitunter entspringen beim Arbeiten Ideen für evolutionäre Modifikationen, aus denen am Zeichenbrett Subspezies [ssp.] oder völlig neue Modelle werden.

Alles fließt!

 

 

MONOLITH-KONSTRUKTIONEN

 
 

Integralmesser in drei unterschiedlichen Griffversionen sind meine signifikanten Arbeitsobjekte.

 

 

Bügel-Rahmen-Integral (BRI)  und  Variante Offen-Rahmen-Integral (ORI)

Der massive Rahmen kann 

  • mit meinem Innen-wie-außen-Handfinish in der Professional-Version offen bleiben oder 

  • in der Primus-Version mit zwei Griffeinlagen versehen werden.
    Durch konische Passungen und Vergießen mit Epoxidharz sind keine Verschraubungen erforderlich.

>   Ideal auch für fossile Materialien und als BRI stabil ohne Ende!

 

 

Doppel-Rahmen-Integral (DRI)

Meine Innovation von 1986:

  • Vier Rahmenstege als Eckpfeiler des Griffes und 

  • vier Griffeinlagen.

Diese Technik erfordert höchste Disziplin und Passion.

>   Avantgardistisch!

 

 

Voll-Integral (VI)
  • Handschutz und Knauf erheben sich immer in präzisen Radien [!] aus der Klingen- und Erlebene. 

  • Der Erl verjüngt sich zum Knauf hin um mehr als die Hälfte. 

  • Die Griffschalen werden sowohl mit Epoxidharz verklebt als auch mit Hülsenschrauben spannungsfrei verschraubt - nicht vernietet!

>   Konservativ und elegant!

  

 

Aus einem Stahlblock von 14 bis 20 mm Stärke [!] mit immer subtileren Arbeitstechniken das darin enthaltene Messer wie ein Bildhauer in einem Stück herauszuschälen, bedeutet stets eine neue Herausforderung.

Vorbereitend verwende ich selbstverständlich eine handgesteuerte Fräsmaschine und eine Metallbandsäge. Danach führe ich mit einem Handarbeitsanteil von cirka 90 % mein in langen Praxisjahren ausgeklügeltes Schleifprozedere in Verbindung mit viel Feilarbeit [oder wie hier] - immer wieder unterbrochen durch kritischstes Prüfen von Parallelität und Symmetrie sowohl auf einem Messtisch als auch mit geschultem Augenmaß - durch.

Das ist in der Gesamtschau sehr arbeitsaufwändig und beinahe in jedem Stadium wahrlich anstrengend.

Weitere Fotos meiner Werkstatt zeige ich im zweiten Abschnitt der Extraseite Rückblicke und Einblicke.

 

Beispiel einer laufenden Arbeit  -  WIP  -  Work in progress

WIP - Harpagornis Kal. 215 auf dem Weg zu einem präzisen symmetrischen Griff weißfertiges Messer - bereit zum Gravieren Dualis-Gravur auf dem Griffrücken Griffeinlagen vergossen Die vollende Köcherscheide
 
HARPAGORNIS-Viator  Bügel-Rahmen-Integral  Kal. 215-115 S   [Seite Quintessenz > Q1]

 

 

SCHLIFF  UND  FINISH
 
 

Fast von Anfang an entstehen meine Messer überzeugtermaßen mit Flachschliff und handgefinishter, matter Oberfläche. Alle großen Fotos demonstrieren dieses Satinfinish mit seiner klaren Sichtbarkeit der gesamten Messeroberfläche, das seit Jahrzehnten zum Erscheinungsbild meiner Messer gehört.

Es ist nicht mein Ding, der Stahloberfläche durch Politur ein steriles Hochglanzfinish oder durch chemische Behandlung eine andere Farbe zu geben.

Kenner meiner Messer begeistern sich auch daran, dass das Finish durchgehend vom Knaufende bis zur Klingenspitze in einer Richtung fließt und vorhandene Durchbrüche einschließt.

 

 

STAHLSORTEN
 
 

Ich setze heute in den meisten Fällen pulvermetallurgische Premiumstähle ein, die korrosionsbeständig sind und durch ihre Legierung sowie das besondere und aufwändige Herstellungsverfahren eine deutlich höhere Verschleißfestigkeit gegenüber konventionellen Stählen haben.

Lange Jahre gab es in diesem Spektrum nur den nicht mehr erhältlichen CPM T 440 VFür 2D-Exemplare habe ich noch einen kleinen Vorrat dieses bewährten Messerstahles.

Der Nachfolger CPM 420 V ist durch seinen höheren Vanadiumgehalt verschleißfester, aber auch deutlich anspruchsvoller in der Bearbeitung und überzeugend bei Messern im professionellen Dauergebrauch.
Microlunker sind beim CPM 420 V nicht selten. Sie zeigen sich bisweilen erst nach der Wärmebehandlung bei der Feinbearbeitung und können an exponierten Stellen im Klingenbereich nicht immer völlig eliminiert werden. Das muss man - ebenso wie den erforderlichen Aufpreis - akzeptieren!

Zurück zu den Wurzeln: Meine ersten Messer entstanden aus korrosionsbeständigem 154 CM, der heute auch als ATS 34 bekannt ist. Sein pulvermetallurgisches Pendant RWL 34 wird von Damasteel primär für Messer gefertigt und ist in der einzigen für Integralkonstruktionen erhältlichen Dimension meine erste Wahl sowohl für kleinere Kaliber als auch bei schlanken Modellen.

Für meine größeren Kaliber favorisiere ich heute ELMAX-SuperClean von UDDEHOLM. Er basiert durch modernste Verdüsungstechnik auf einem extrem feinen Pulver und verfügt über sehr hohe Verschleißfestigkeit, Reinheit sowie Korrosionsbeständigkeit. Darüber hinaus ist er in den erforderlichen Dimensionen für meine großen Kaliber erhältlich.

Die genannten Legierungen sind absolut optimal.  Weitere Monostahlsorten verwende ich deshalb und aus praktischen Erwägungen nicht.

Damaststähle setze ich nicht ein.

 
Tabelle mit wesentlichen Legierungsbestandteilen in %:
 
Stahlsorte Kohlenstoff Chrom Vanadium Molybdän
CPM T 440 V    [S60V] 2,2 17,5 5,7 0,5
CPM 420 V      [S90V] 2,3 14,0 9,0 1,3
RWL 34 1,1 14,0 0,2 4,0
ELMAX-SuperClean 1,7 18,0 3,0 1,0

 

 

WÄRMEBEHANDLUNG
 
 

Wenn in der Entstehungsphase eines Messers die Klinge schon sehr weit vorgearbeitet ist und im Griffbereich nicht mehr gebohrt, gesägt, gefeilt oder graviert werden muss, ist der richtige Zeitpunkt für die Wärmebehandlung - das sogenannte Härten - in einem Vakuumofen gekommen. Viele Faktoren und hohe Sorgfalt müssen in einer Härterei zusammenspielen, damit Messerrohlinge keinen Schaden nehmen und das angestrebte Härteergebnis erzielt wird.

Vor einiger Zeit fand ich eine Härterei, die mit höchster Sorgfalt und auch Freude an der Sache die sehr wenigen Stücke wärmebehandelt, die ich manchmal auch noch in unterschiedlichen Legierungen anliefere. Wie piekfein der Betrieb allein schon optisch wirkt, sieht man gut bei einem Besuch der Internetpräsenz.

Damit auch Messer mit extrem aufwändigen Gravuren besonders beim Einblasen des Kühlgases in den Härteofen auf keinen Fall irgendwo anstoßen können, ersann ich zusammen mit dem Technischen Leiter der Härterei ein Verfahren, dass dies absolut zuverlässig verhindert. Mit den makellosen Ergebnissen bin ich sehr zufrieden.

 

 

GRIFFMATERIALIEN
 
 

Vielfältig sind die denkbaren Griffmaterialien für Messer. Das Spektrum reicht von natürlichen Sorten zu synthetischen Produkten sowie mit Kunstharz stabilisierten Verbindungen aus beiden Bereichen.

Für Gelegenheitsbenutzer, die das Messer nach Gebrauch wieder sorgfältig reinigen und trocknen, gibt es kaum Einschränkungen. Ein professioneller Anwender wird für harten Dauereinsatz vollsynthetisches G10 - ein mit Epoxidharz laminiertes Glasfasergewebe - bevorzugen, oder meine seit Jahrzehnten bewährte Offen-Rahmen-Konstruktion wählen.

Weil ich schönes und natürliches Griffmaterial besonders mag, bin ich ständig auf der Suche nach ausgefallenen Maserungen, Farbspielen und Raritäten. Über die vielen Jahrzehnte Praxis haben sich bei mir auch besondere Präferenzen für das eine oder andere Material eingestellt, sodass ich hier eine persönliche Rangfolge aufzeigen kann.

 
Wüseneisenholz

Wüsteneisenholz verwende ich sehr gerne. Meine ausgesuchten Stücke changieren von honigfarben bis dunkelbraun mit quirliger Maserung, Vogelaugen oder feinsten Jahrringstrukturen. Das extrem dichte und schwere Holz aus der Sonorawüste zeichnet sich neben seiner Attraktivität durch sehr hohe Resistenz besonders auch gegenüber Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen aus.
Verwertet wird nur Holz, das lange Zeit im Wüstenboden konserviert wurde.


Sambar-Hirschhorn

Sambar-Hirschhorn ist kaum mehr erhältlich. Das für Messergriffe optimale und jährlich nachwachsende Material wird wie gewildertes Nashorn-Horn offenbar an zahlungskräftige naive Asiaten als Aphrodisiakum verkauft.


Mammut-Rindenelfenbein

Mammut-Elfenbein überschliffen


Mammut-Rindenelfenbein
mit kräftig strukturierter Oberfläche ist ein mehr als adäquater Ersatz für Hirschhorn.

Gleichartige Schalenpaare und persönlich ausgesuchte Rindenstücke lagern bereits ab.
 

Rindenmaterial bietet sich auch für überschliffene Griffeinlagen mit sichtbar bleibenden Strukturen an.

Ohne Strukturen macht sich helles bis leicht schattiertes Mammutelfenbein aus der Tiefe des Stoßzahnes wie überschliffenes Hirschhorn ebenfalls sehr gut.

farbiges Mammutelfenbein

Mammut-Oberflächenelfenbein

Relativ glatt, hat es über die vielen Jahrtausende je nach Bodenbeschaffenheit attraktive Farben angenommen.

Mammut-Backenzahn

Mammut-Backenzahn [MBz] ist in stabilisierter Form ein schönes Material - wie Mammut-Elfenbein je nach Fundort faszinierende 10.000 bis über 40.000 Jahre alt!
Mit hohem Aufwand sorgfältig in einen Bügel-Rahmen-Griff eingebettet, ergibt sich eine sehr stabile und dauerhafte Synthese.
Für meine Voll-Integral-Messer mit sich stark verjüngendem Erl empfehle ich MBz nicht, weil hier die seitliche Bruchstabilität nicht gewährleistet ist. Auch die Lieferanten raten vorsorglich, MBz-Griffschalen für die Zeit der Bearbeitung seitlich mit einer dünnen Holz- oder Fiberauflage als Stabilisator zu bekleben!

Wollnashornbeinknochen

Wollnashorn-Beinknochen ebenfalls in stabilisierter Form und tausende Jahre alt.

Schön und sehr selten, deshalb nur ein ganz kleiner Vorrat.

Walross-Schädelknochen


Walross-Schädelknochen
aus fossilen Bodenfunden auf arktischen Inseln.

Auch hier ist zu sagen: Schön und kaum erhältlich.

 

Giraffenknochen

Giraffenknochen  -  stabilisiert und dadurch extrem kompakt.


Oosik


Oosik

So bezeichnen die Inuit Walross-Penisknochen. Gegen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen scheint er sehr immun zu sein.


Stabilisierte Hölzer

Stabiliserte Maserhölzer

Sehr lebhafte Strukturen, hohe Lichtbeständigkeit und Dauerhaftigkeit zeichnen sie aus.

Links Pappel   -   in der Mitte zweimal Ahorn   -   rechts Nussbaumwurzel

Grenadillholz

Grenadillholz

Extrem dichte Struktur und sehr dauerhaft durch hohen natürlichen Öl- und Harzgehalt. Deshalb wird es auch gerne für hochwertige Holzblasinstrumente verwendet.

Afrikanisches Elfenbein

Afrikanisches Elfenbein

setze ich sowohl aus Artenschutzgründen als auch aufgrund der Verfügbarkeit von fossilem Mammut-Elfenbein kaum noch ein. Ich habe eine sehr kleine Menge nur aus registrierten Altbeständen mit CITES/EU-Bescheinigung einschließlich Befreiung vom Vermarktungsverbot zur Verfügung.

Blick in einen Elefantenrachen

Backenzahn ??

Manchmal kommt die Frage auf, wie so ein Backenzahn an seinem natürlichen Platz ausgesehen haben mag. Seit Mammute über den nördlichen Erdkreis zogen, hat sich bei den Elefantenartigen diesbezüglich nicht allzuviel geändert. Beim afrikanischen Elefanten lassen sich die Backenzahnstrukturen gut erkennen.

 

Weitere Hölzer wie Eschenahorn [Box Elder], Honduras-Jacaranda, Ebenholz, Schlangenholz, oder beispielsweise ein Schalenpaar Flusspferd-Elfenbein [reinweiß und extrem hart] liegen gut abgelagert bereit.

Für Sambar-Hirschhorn und Mammut-Rindenelfenbein gilt gleichermaßen:

  • Bei Voll-Integralen nehme ich die Fixierung ergänzend zur Epoxidharzverklebung mit meinen markanten "Halbkugel"-Verschraubungen aus Edelstahl vor.

  • Bügel-Rahmen-Integrale erhalten eine ähnlich anspruchsvolle Oberflächentopografie ohne Verschraubungen.

  • Freiliegende Stahlkanten vermeide ich durch behutsames Angleichen mit in Epoxidharz gebundenen Materialpartikeln. Der nicht geringe Mehraufwand bringt einen klaren optischen Zugewinn.

  • Darüber hinaus bitte ich um Beachtung, dass die Symmetrie der beiden Griffschalen bzw. Griffeinlagen mit natürlichen Oberflächenstrukturen und Farbtiefen nie so wie bei glatten Materialien sein kann.

In einem besonderen Arbeitschritt laminiere ich alle Griffmaterial-Oberflächen mit Epoxidharz. Das geschieht unmittelbar vor dem Endfinish und bietet optimalsten Schutz, ohne den Charakter des Materials zu verändern.

Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen - ganz besonders bei extremer Lufttrockenheit im Winter - bewirken mitunter ein minimales "Setzen" und später wieder "Aufgehen" von natürlichen Griffmaterialien. Das ist speziell bei allen Elfenbeinarten und Hirschhorn unvermeidbar und nicht total durch Ablagerung oder Verarbeitung zu beeinflussen. Ein Beispiel ist dieses Halb-Integral von 1989 mit Elfenbein-Griffschalen. Wie ein Hygrometer macht das Elfenbein Luftrockenheit jährlich im Winter minimal erfühlbar, um in der übrigen Zeit wieder mit den Handschutz- und Schraubenflächen übereinzustimmen.

Manchmal komme ich bei diesen Materialien nicht umhin, eine hauchdünne Fuge zwischen Stahl und Griffeinlagen am Ende der ersten Trockenperiode (ca. Februar/März) durch eine Epoxidharz-Kapillarfüllung zu kompensieren. Um aber darüber hinausgehende Veränderungen auszuschließen, muss man Messer mit natürlichen Griffmaterialien [auch stabilisierte Hölzer etc.] vor überdurchschnittlicher und andauernder Wärme [z.B. Auto im Sommer oder Heizungs-/Beleuchtungskörpernähe] und Dauerfeuchtigkeit schützen.

 

 

LEDERARBEITEN
  
 

Über die Jahre bin ich auch dafür bekannt geworden, dass meine Lederarbeiten keine nebensächlichen Beiwerke sind, sondern in adäquater Güte zu den Messern entstehen.

Mit diesem sehr hohen Anspruch realisiere ich Köcherscheiden oder Gürteltaschen eigener Erfindung und modifiziere gerne die Linienführung der Nähte.

Gleich ein paar Gedanken zur Entscheidung zwischen Köcherscheide oder Gürteltasche:
 

Handschutz-Gleitfläche Bei meinen Messern mit vorstehendem Handschutz ist die Gleitfläche sorgfältig verrundet. Das ist nicht nur vollendetes Design, sondern dient auch verschleißfreiem Ziehen und Zurückstecken sowie optimaler Fixierung in einer Köcherscheide.

Gürteltaschen sind primär eine Option für meine schlanken Modelle (Carancho, Merlin etc.). Auf besonderen Wunsch fertige ich sie aber auch für Harpagornis u.ä. Modelle an.
 
Beispiel für Köcherscheide Klassik Köcherscheide

"Klassik"

Gürteltasche

"Klassik"

Gürteltasche Klassik
  
Beispiel für Köcherscheide Form Waldland Köcherscheide

"Waldland"

Gürteltasche

"Waldland"

Beispiel für eine Gürteltasche Form Waldland
  
Harpagornis Köcherscheide Köcherscheide

"Harpagornis-Profil"

Gürteltaschen-Projektion

"Harpagornis-Profil"

Gürteltaschenmontage Harpagornis-Profil
       
Eine Steckscheide mit oder ohne Gürtelschlaufe ist bei 2D-Bügel-Rahmen-Integralen optimal und bietet sich alternativ auch bei kleineren Messern oder je nach persönlicher Präferenz an.
   
Gürteltaschen-Rückseite

"Cross Draw"-Ausführung zum Schrägtragen

Aufgesetzte Gürtelschlaufen sind normalerweise für Gürtel bis 40 mm Breite und senkrechtes Tragen ausgelegt, können jedoch im Vorfeld einer Option [> Epilog] individualisiert werden.

So ist beispielsweise diese "Cross Draw"-Ausführung zum Schrägtragen möglich.
Das Messer wird links an der Hüfte nach vorne geneigt getragen.

Optisch sehr ähnlich ist auch meine umstellbare Gürtelschlaufe wahlweise für schräges "Cross Draw"- oder senkrechtes Tragen.
Als Gebrauchsmuster geschützt - Demonstration gerne im persönlichen Dialog.
Gespiegelte Ausführungen sind ebenfalls machbar.

 

Altgerberleder ist mein Grundmaterial. Die bedeutend höhere Festigkeit im Vergleich zu üblichem Sattel- oder Blankleder erfordert zwar exorbitanten Aufwand beim Zuschneiden, Ausformen, Vernähen und Finishen, aber die Resultate sprechen für sich. Die Resistenz von Altgerberleder gegen Stiche und Schnitte ist famos!

Vor einigen Jahren stieß ich auf ganz besonderes Altgerberleder, das auch im wahrsten Wortsinne alt ist und noch in reiner Eichenlohe gegerbt wurde. Extrem festes Gefüge, die rustikale Oberflächenstruktur in abwechselnden Brauntönen mit farbigen Stellen und Attributen der Weidewirtschaft der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts sowie herrlich dunkle Schnittkanten zeichnen es aus.    Letztes Jahrhundert?  -  Ja, das Leder lag weit über 60 Jahre in einer Gerbgrube, die nach dem Tod des Gerbers in Vergessenheit geriet und erst in neuerer Zeit wiederentdeckt wurde. Eine andere Gerberei hat das Leder übernommen und brauchbares Material aufgearbeitet. Leider hörte ich zu spät davon, sodass das Gros bereits zu hochwertigen Schuhsohlen gestanzt worden war. Meine wenigen Teilstücke dieses Uraltleders sind leider restlos aufgebraucht.
 

Altgerber-Croupon Aktuell verwende ich Altgerberleder-Croupons in vorzüglichen Qualitäten und in den Ausführungen "fest" für Köcherscheiden sowie "flexibel" für die Gürteltaschen mit integrierten Verschlussriemen.
   
Naturelle Köcherscheiden oder Gürteltaschen behandele ich mit konservierenden Wachsen. Ohne Einfärben entstehen so die attraktiven Brauntöne.  Auf Wunsch kann das Leder schwarz eingefärbt werden.
 
Alternativ überziehe ich das Altgerberleder gerne mit Rochenleder.
 
Rochenleder Ganzschliff

Rochenledergesicht

Ich bevorzuge den gezeigten Ganzschliff mit hoher Robustheit, angenehmem Griff und noblem Aussehen in verschiedenen Farbtönen.

Meistens lasse ich die Lederkanten und Gürtelschlaufen für einen eleganten Kontrast naturell.

Die Mitte der Rochenhaut mit den größten Perlen arrangiere im Biegebereich von Köcherscheide oder Gürteltasche.

Der besondere Clou meiner Verarbeitungsart sind die wie bei naturellem Leder versenkten Nähte und fein verrundeten Kanten.

  
Nachdem ich vor einiger Zeit einen Bericht des Schweizer Fernsehens über Herkunft und Herrichtung von Echsen- und Schlangenleder gesehen habe, verwende ich mit Ausnahme der als Speisefische gefangenen Rochen nur noch Lederarten, die nicht von Wildfängen stammen - beispielsweise Straußenbeinleder. Im Hinblick auf die aktuelle Schutzproblematik verwerte ich desweiteren nur noch meinen Restbestand an Haileder.

Mit starkem und gepichtem Naturleinenfaden setze ich die Nähte ausschließlich von Hand. Eine Handnaht ist bedeutend aufwändiger als eine Maschinennaht und bietet neben besserem Aussehen extrem hohe Sicherheit: Selbst eine in härtestem Einsatz durchtrennte Nahtstelle lässt die Naht nicht aufgehen!

Meine handgeschliffenen Lederkanten haben das gleiche Endfinish wie das Messergriffmaterial!

Den Verschlussknopf aus massivem Titan oder Edelstahl fertige ich für meine Gürteltaschen selbst an. Er wird in den Lederzwischenlagen verschraubt.

 

Als besonderes Zubehörteil integriere ich in die Gürtelschlaufe auf Wunsch und wegen des relativ hohen Mehraufwandes als Extra eine ausziehbare Edelstahlöse.

Damit lässt sich die ganze Einheit z. B. an einer Schnur unter der Kleidung tragen oder mit einem Karabinerhaken gesichert in Tasche oder Rucksack mitführen.

 

Dass die Schneide in Köcherscheiden und Gürteltaschen stets ihren Abstand zur Nahtzwischenlage ohne Pendelbewegungen des Messers beibehält, bewirkt neben dem ausgeklügelten Innenprofil der Zwischenlage eine von mir erdachte und präzise eingepasste Kalotte. Die kleine Öffnung am unteren Ende ermöglicht jederzeit und überall das gelegentliche Entfernen von Staub und Flusen aus dem Inneren. Wie einfach das funktioniert zeige ich gerne im persönlichen Kontakt!

Wenn beispielsweise eine naturelle Gürteltasche mit normaler Gürtelschlaufe vollendet ist und das Messer mit leisem Plopp eingesteckt werden kann, habe ich immer mindestens 16 Stunden reine Handarbeit in ein mittelgroßes Exemplar investiert.

 

Humoreske:

Zeitgenössische Jeans bieten nun endlich die volle Nutzung meiner Doppel-Gürtelschlaufe an den Köcherscheiden oder Gürteltaschen großer Modelle!

Doppel-Gürtelschlaufe

 

 

SIGNATUR
 
 
Logo auf dem Griffrücken

Jedes Messer trägt mein fühlbares Logo, das ich auf der Griffoberseite oder der hinteren Knauffläche, bei gravierten offenen BRI-Modellen auf der Bügel-Rahmen-Innenfläche durch manuelles gravurtiefes Ätzen erziele. 
Der Ursprung meines Logos ist visuell schnell erklärt!

      Logobär   Noch ein Bär

 

Die Vorderseiten der naturellen Lederscheiden oder Gürteltaschen erhalten regelmäßig eine Prägung meines Zeichens. Weil dies bei Edellederbezug technisch nicht möglich ist, lässt sich das Logo sowohl hier als auch bei naturellem Leder auf einem Ledermedaillon vollendet präsentieren. 

Etwas weiter oben am doppelten Gürtel ebenfalls gut zu sehen!

 
Alternativ kann die Prägung wie am Beispiel meiner über viele Jahre täglich getragenen Gürteltasche auch auf der Gürtelschlaufe erfolgen ...

... oder ganz entfallen, weil meine Lederarbeiten eben auch unverkennbar sind!

 

 

GRAVUREN
 
 
Bisher wurde mir sehr oft gesagt, dass meine Messer wegen des besonderen Designs und der einmaligen Ausführung ungraviert gewünscht werden.

Das deckt sich ziemlich genau mit meiner Einstellung:

Kunstwerke mit filigranen Goldeinlagen auf CNC-strukturierten Griffen oder anodisierte Gestaltungen etc. sind nicht meine Welt. Die Kraft des handgeformten Messers muss dominieren. Eine exquisite Gravur kann gerne das i-Tüpfelchen sein.

 

So erhalten die Flächen der Griffschalenschrauben bei Voll-Integral-Modellen manchmal eine dezente Gravur.

 

 

Einige Bügel-Rahmen-Integrale wurden in der Vergangenheit von Heinz Funk, Eckernförde, mit feinsten englischen Arabesken graviert.

Herr Funk lebt inzwischen seit sehr vielen Jahren im Ruhestand.

 

Vor einigen Jahren habe ich eine direkte Kooperation mit Graveurmeister Michael Oke, Münnerstadt, begonnen.

Michaels "Feines Englisch" begeistert mit persönlicher Handschrift in absolut adäquater und exzellenter Ausführung.

 

Alternativen sind denkbar. Michaels tiefgestochene und plastisch modellierte Blattarabesken [Bilder 203a +b] unterlegt mit feinem Englisch bieten sich ebenfalls an.

   

harpagornis dualis-gravur

harpagornis dualis-gravur

Im Sommer 2015 entstand - eigentlich für mich selbst gedacht - ein Bügel-Rahmen-Integral Harpagornis-Viator Kal. 210-110 mit spezieller Dualis-Gravur:

  • Man nimmt das Messer in die Hand und bestaunt zunächst nur Finish und Profil sowie das schöne Griffmaterial - hier stabilisierter Wollnashornbeinknochen.

  • Dreht man das Messer zur Oberseite, fällt nun erst der Blick auf die dezente feine Gravur - wow - einfach richtig gut!

Es fand sehr schnell einen begeisterten Käufer.

Deshalb legte ich sofort ein neues Messer auf, ...

 

harpagornis mit ameise

... das vom Profil und der Gravur her dem ersten ziemlich genau entsprach.

Als Griffmaterial erhielt es fossile Walross-Schädelknochenstücke. Aber auch dieses Exemplar kam nur zwei Tage nach der Fertigstellung in die Hände seines glücklichen Besitzers.

Die Ameise hat beim Fotografieren vollkommen freiwillig mitgewirkt.

Die Nr. 3 habe ich nach erneuter Gravur von Michael Oke mit Mammut-Rindenelfenbein und einer naturellen Köcherscheide versehen. Dieses Exemplar ist definitiv unverkäuflich.

   
  In persönlicher Regie der Auftraggeber kommen gelegentlich auch andere Graveure

Gravur in Kundenregie

Gravur "Wollust" in Kundenregie

Knaufbereich wie beispielsweise Alexandra Feodorow mit der - einmalig bleibenden - plastischen Vollgravur "Wolllust" auf einem Harpagornis-Viator ins Spiel.

 

 

IMITATIONEN
 
 

Besonders meine Modelle mit konvex-konkavem Klingenrücken und ausgeprägter Ricassomulde inspirierten inzwischen viele andere Macher, Designer und Hersteller zu Imitationen.

Es ist zugegebenermaßen ja auch sehr verlockend, beispielsweise an das ausgereifte Klingenprofil meines Taitafalk-anatomic Kal. 170-100 einen Klappmessergriff anzuhängen, oder wie ein amerikanischer Messermacher das Komplettprofil des Harpagornis-Viator mit Angabe meiner Urheberschaft CNC-gefertigt vorzustellen.

Für mich sind Phänomene dieser Art neben dem Wissen um die Beliebtheit meiner eigenen Modelle auch eine zusätzliche Bestätigung dafür, dass dieses Klingenprofil seit Jahrzehnten zeitlos und weltweit hochbegehrt ist.

 

 

AUTHENTIZITÄT   UND   ZERTIFIKAT
 
 
Obwohl es sich eigentlich schon aus dem Vorstehenden herauslesen lässt, erkläre ich definitiv, dass bis auf das Härten der Integralrohlinge bzw. Klingen in einer Vakuumanlage und Gravuren alle Arbeiten an den Original-Koob-Messern und Scheiden bzw. Gürteltaschen von Grund auf ausschließlich von mir persönlich durchgeführt werden.

Diese Originalität meiner Messer dokumentiere ich durch ein Zertifikat mit detaillierter Beschreibung und siegelverprägtem Foto auf der Rückseite.

 

 

TIPPS ZUR HANDHABUNG UND PFLEGE
 
 
Im Vorlaufenden bin ich detailliert auf Ausführungen und Bestandteile meiner Messer eingegangen. Ergänzend biete ich zur Handhabung und Pflege meine "Wichtigen Tipps" zum Herunterladen.

 

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